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Was ist Traumatherapie?

Eine Traumatherapie ist eine spezielle Therapie für Menschen, die aufgrund eines katastrophalen Erlebnisses in ihrem Leben stark beeinträchtigt sind, beziehungsweise darunter leiden. Ein Trauma kann zum Beispiel durch einen Unfall, Krankheiten und Operationen, durch Misshandlungen in der Kindheit oder auch durch Naturkatastrophen entstehen. Nicht jedes schlimme Erlebnis ist jedoch ein Trauma. Es hängt davon ab, wie belastend der Betroffene die Situation empfindet. Kann sich die Person in der Situation nicht wehren oder fliehen, entsteht eine starke Hilflosigkeit, die auch nach dem Erlebnis bestehen bleibt.

Als Folge versuchen die Betroffenen Situationen zu vermeiden, die sie an das Trauma erinnern. Dennoch tauchen im Kopf immer wieder unerträgliche Erinnerungen auf. Häufig entstehen durch ein Trauma auch Erinnerungslücken, eine erhöhte Schreckhaftigkeit, Schlafstörungen und Konzentrationsschwierigkeiten. Bei vielen Betroffenen legen sich diese Symptome nach kurzer Zeit wieder. Etwa 15 bis 25 Prozent bleiben jedoch traumatisiert und entwickeln eine Posttraumatische Belastungsstörung oder andere Symptome, die sich auf Körperebene zeigen.

Ziel der Traumatherapie ist es, diese Hilflosigkeit und andere Symptome, die durch das Trauma entstanden sind, zu überwinden. 
 

Schritte in der Traumatherapie:

  • Orientierung (Sicherheitsgefühl im Setting, Beziehungsaufbau / Rapport herstellen; traumaspezifische Anamnese; Diagnostik)

  • Stabilisierung / Alltagsbewältigung / Ressourcenarbeit

  • Traumabegegnung (Psychoedukation – Erklären von Symptomen, Belastungen, Triggern u. Traumafolgestörungen; Bearbeitung und Konfrontation)

  • Integration des Traumas, Trauerarbeit
     

Damit die Traumatherapie erfolgreich wird, werden alle drei Ebenen des Gehirns angesprochen:

  • Neokortex über die Sprache und die Fakten

  • Limbisches System über Emotionen, Körperübungen und Symbole

  • Hirnstamm

Während des gesamten therapeutischen Prozesses fliessen Stabilisation, Ressourcenarbeit, Affektregulation, Trauma-Begegnung und Integration dynamisch ineinander über.

EMDR Eye Movement Desentizisation Reprocessing

EMDR ist eine psychotherapeutische Methode, die ursprünglich für die Verarbeitung von emotionalem Stress durch erlebte traumatische Ereignisse entwickelt wurde. Über EMDR können die mit solchen Ereignissen einhergehenden belastenden und im Gedächtnis dysfunktional gespeicherten Erinnerungen neu prozessiert und heilsam integriert werden. Der Klient konzentriert sich gleichzeitig auf bestimmte Anteile belastender Erinnerungen und Fingerbewegungen des Therapeuten. Im Gehirn wird dadurch ein Prozess der Informationsverarbeitung angestossen, durch den eine rasche Entlastung durch Verblassen der Erinnerung oder spontane assoziative Verarbeitung spürbar wird.

Denke nicht nur mit deinem Kopf, denke mit deinem ganzen Körper. Eckhart Tolle